Es ist schon Wahnsinn, wie manche Weingüter scheinbar ihren ganzen Weinkeller auf die kleinen Standflächen zaubern.
So viele Details. So viel Liebe zum eigenen Produkt. So viele tolle Stände.
Sehr ärgerlich. Stupide Bürokratie am Einlass. Ein Voucher zählt nur für einen Tag. Woher bekommen wir neue? Anrufen! Herbringen lassen. Das Registrierungsformular müssen Sie aber noch einmal ausfüllen. Dafür darf man sich das dritte Mal anstellen (Anstehen an der Garderobe nicht mitgezählt). Voucher gegen Ticket tauschen. ENDLICH REIN.
Einige Leute an den Ständen konnte ich nicht verstehen. Ein Gespräch mit dem Winzer persönlich ist super. Es ist authentisch. Niemand erzählt interessanter. DOCH einige Winzer sollten sich auf ihr Werk konzentrieren den Weinberg & den Keller!!! Ein Messeauftritt verschlingt viel zu viele Euros. Umso ärgerlicher wenn die Standbetreuer ihr Produkt nicht „verkaufen“ können. Ich interessiere mich gezielt für ein Weingut und sein Produkt, doch der Typ lässt mich stehen und quatscht weiter mit seinem Kunden. Die anderen Standbetreuer waren alle im Gespräch. Wie soll ich die Flasche denn noch anstarren? Bis sie mir entgegen fliegt, dank meiner hypnotisierenden Kräfte?? Auch Männer können Multitasking sein. Wenn sie wollen. „Ich komme gleich zu Ihnen. . . . Darf ich Ihnen schon mal was einschenken. . . . Haben Sie schon unsere Probenliste. . . .“ – wäre toll gewesen. Der Typ hat mir dann die Flasche gereicht und ich durfte uns selbst einschenken. Immerhin was. Gentlemen-like war das aber nicht. Selber eingeschenkt hätte ich uns nicht – so dreist geht gar NICHT! Dann verzichte ich lieber.
Andere Weingüter haben auch tolle Weine.
Zu Besuch bei den Neuseeländischen Weingütern. Jacobs Wirkungsstätte war leider nicht vor Ort. Schade. Umso mehr folgte ich seinem persönlichen Rat Neuseeländische Tropfen zu probieren. . . Am Nachbarstand lief gerade eine Engl. Winetasting. Die Akustik war leider sehr schlecht, wenn man sich darauf konzentriert hätte, wäre es sicher interessant gewesen. Doch unsere Zeit war knapp bemessen. Ein Wein lachte mich an. Der Winzer fuhr mich an. „Wir sollten doch ruhig sein, da gerade ein Vortrag gehalten werde. Morgen wäre sein Sohn dran. . . .“ WIEBITTE auf einer Messe ruhig sein?! Selbst wenn ich geschwiegen hätte, die anderen Weinfreunde in 5m Umkreis hätten trotzdem an den anderen Ständen locker weiter geschwätzt. ALSO. Wenn der Herr mich nett gebeten hätte, noch einmal wieder zu kommen ODER wenigstens einen Probeschluck eingeschenkt hätte, wäre ich glücklicher gewesen. So war ich auf 180. Deutsche Unfreundlichkeit obwohl er sicher schon vor X Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist.
> Ich muss doch nicht schwerreich als Weinhändler daher kommen um superior-like an einem Stand behandelt zu werden?! Die Jugend von heute macht die Werbung für morgen und ist die Zielgruppe von übermorgen.
Jetzt. Sitze ich bei einem richtig guten Tropfen aus der Heimat über meinem Gekrakel der Messe und versuche es für die Zukunft in die Reinschrift zu bekommen. Das ist toll.
Das nächste Jahr. Spannende Länder aus Osteuropa werden sicher auf meinem Programm stehen.